Freiwillige Feuerwehr
Fuhrmannsreuth

Chronik


Freiwillige Feuerwehr Fuhrmannsreuth

Am 18. März 1894 wurde die FFW Fuhrmannsreuth gegründet. 36 Mann aus den Ortschaften Fuhrmannsreuth, Bernlohe, Ölbühl, Oberölbühl und Grünlas stellten sich zum aktiven Dienst bereit. Im gleichen Jahr (3.8) wurde auch ein Spritzenfahrzeug mit Handpumpe und den dazu gehörigen Werkzeugen und 100 m Schläuchen angeschafft.

Des Weiteren ist für das Spritzenfahrzeug ein Gerätehaus an der Hauptstraße erstellt worden, das des Öfteren von den Feuerwehrkameraden ausgebessert wurde. Seinen Dienst erfüllte das Gerätehaus bis zum Jahr 1977. In diesem Jahr mußte es nämlich wegen einer Straßenerweiterung abgerissen werden. Nach Bemühen der Vorstandschaft um einen geeigneten Platz für ein neues Gerätehaus ist der obere Dorfweiher in die engere Wahl gezogen worden. Nachdem sich die neuen Eigentümer bereits erklärt hatten, dieses Grundstück mit samt dem Erlös zum Bau eines neuen Gerätehauses zur Verfügung zu stellen, konnte bereits 1978 mit dem Bau begonnen werden. Dieses Feuerwehrhaus, das von der Gemeinde mitfinanziert wurde, ist in vielen freiwilligen Arbeitsstunden von den Feuerwehrkameraden erbaut worden. Am 27. Juli 1980 konnte es schließlich im Rahmen eines größeren Festes kirchlich gesegnet und seiner Bestimmung übergeben werden. Die oben genannte Handspritze erfüllte ihre Aufgabe bis 1960. Nach mündlichen Überlieferungen wurde diese Handspritze im Jahre 1947 von fünf oder sechs aktiven Feuerwehrkameraden über den steinigen Weg nach Grünlas geschleppt, um dort einen Brand beim Grünlas-Bauern mit zu bekämpfen. Die übliche Besatzung bestand aus zwölf Mann, da beim Pumpen jeweils vier Mann alle fünf Minuten gewechselt werden mußten, um einen konstanten Druck über eine längere Zeit zu halten. Bei einer Leistungsschau im Jahre 1932 in Mehlmeisel hat die FFW Fuhrmannsreuth mit diesem Handpumpenfahrzeug den ersten Platz erreicht. Dafür erhielt sie als Preis das größte Faß, das der Mehlmeisler Wirt im Keller hatte. Da diese Faß noch an Ort und Stelle angezapft werden mußte, kam es vor, dass es bis zu drei Tagen dauerte, bis die Feuerwehr wieder im Heimatort eintraf. Am 29.04.1960 erhielt die Wehr eine Motorspritze Marke Deutz (Bj. 1930) von der FFW Brand. Im Mai 1975 wurde eine neue Tragkraftspritze mit Anhänger und Ausrüstung angeschafft.

Ein neues Tragspritzenfahrzeug Marke Mercedes Benz mit Ausrüstung wurde schließlich im April 1983 gekauft.

Die Fahrzeugsegnung fand am 12. Juni 1983 im Rahmen eines Gartenfestes statt. Schon immer wurde aus der Vereinskasse die Ausstattung und Ausrüstung der Feuerwehrkameraden mitfinanziert. So auch bei der Anschaffung des Tragspritzenfahrzeuges, bei dem die FFW Fuhrmannsreuth einen Betrag in Höhe von DM 23.000,-- zur Finanzierung aufbrachte. Vereinsmäßig war die FFW Fuhrmannsreuth ab März 1894 mit all den dazu gehörigen Posten besetzt. Dies waren Vorstand, Hauptmann, Adjutant, Kassier, Schriftführer, Zugführer für Spritzenzug, „Staigerzug“ und Ordnungszug, Spritzenmeister, Hornist, Sanitäter und Löschmeister. Diese Ämter änderten sich in den darauf folgenden Jahren und Haben einen heutigen Stand mit Vorstand, dessen Stellvertreter, Kommandant und dessen Stellvertreter, Schriftführer, Kassier, Gerätewart und Gruppenführer.

Vorstände ab 1894: Johann Bothner (Huml Hans) 1894 – 1911; Anton Eichhorn (Fridl-Wirt) 1911 – 1928, Franz Bauer (Schuster Franz) 1928 – 1930; Josef Englmann (Hucherer Seppl) 1931 – 1933; Hans Medick (Wirt) 1934 – 1938; Josef Englmann 1939 – 1946; Adolf Bothner (Huml Adolf) 1946 – 1964; Josef Roth (Stuockhannes) 1964 – 1969; Alfred Schinner (Wirt) 1969 – 1970; Josef Roth 1970 – 1974; Engelbert Schreyer 1974 – 1976; Josef Roth 1976 – 1981; Alfons Brucker (Kilchert Alfons) ab 1981.

Hauptmann-Kommandant ab 1894: Josef Kuhbandner (Stuockhannes) 1894 – 1928; Karl Praller (Schellerfritzn Karl) 1928 – 1930; Josef Bauer (Peter-Matths) 1931 – 1933; Josef Englmann (Hucherer Seppl) 1934 – 1946, in dieser Zeit auch Brandmeister; Adolf Bothner (Huml Adolf) 1946 – 1964; Josef Roth (Stuockhannes) 1964 – 1969; Helmut Bayer (Zeisl Helmut) ab 1969.

Die Jahreshauptversammlung wurde jährlich in den Frühjahrsmonaten abgehalten, mit Ausnahme der Kriegsjahre 1914 – 1919 und 1942 – 1947. Schon im Jahre 1899 gehörten 38 Feuerwehrjoppen und 40 Helme zum Bestand der Feuerwehr. Dazu wurden in den Jahren 1911 – 1913 23 Stück „Blousen“ zum Preis von 4,80 Mark/Stück und jeweils 1 Duzend Knöpfe pro Jacke für 40 Pfg. gekauft. Diese Uniformen wurden immer wieder ergänzt und erneuert bis auf den heutigen Stand mit 21 Löschanzügen, 21 Helmen, 10 Paar Stiefel, 40 Uniformjacken, -hemden und –kappen. Am 14. Mai 1960 erhielten in Anwesenheit des Landrates und des Bürgermeisters verdiente Mitglieder des Ehrenabzeichen in Gold für 50-jährige Mitgliederschaft, das Ehrenzeichen in Silber für 40-jährige Dienstzeit und das Ehrenzeichen in Bronze für 25-jährige Dienstzeit. Im Jahre 1980 fanden anläßlich der Fahnenweihe Ehrungen für 25-jährige aktive Dienstzeit und für 25-, 40- und 50-jährige Vereinszugehörigkeit statt. Kreisbrandinspektor Adolf Wöhrl ehrte im Rahmen der Jahreshauptversammlung 1983 verdiente Mitglieder für 40-, 50- und 60-jährige Vereinszugehörigkeit. 1973 wurde das erste Gartenfest abgehalten. Die kirchliche Segnung der neuen Spritze TS8 feierte der Verein 1975. In den darauf folgenden Jahren fanden weitere Gartenfeste statt. Schließlich konnte im Jahre 1980 eine Gerätehauseinweihung mit Fahnenweihe im Rahmen eines 3tägigen Festes gefeiert werden. Bei dieser Fahnenweihe begleiteten die Fahnenbraut Gerlinde Rauch, der Fahnenjunker Richard Schinner, sowie 10 Festdamen und 11 Fahnenmädchen die Fahne. Der aktive Dienst besteht heute wie früher aus Löschübungen und Schulungen, um im Ernstfall schnell helfen zu können. 1969 legte die erste Gruppe mit neun Mann das Leistungsabzeichen in Bronze ab. Heute haben bereits acht Feuerwehrmänner das Leistungsabzeichen Gold auf Grün, zwei Feuerwehrmänner das Abzeichen in Gold, sieben Kameraden die Auszeichnung Vorstufe Gold, drei Kameraden die Auszeichnung in Silber und siebzehn Feuerwehrkameraden das Leistungsabzeichen in Bronze. Dieser Leistungsstand wird laufend verbessert, sowohl im personellen wie auch im technischen und erreichte im Juni 1983 mit der offiziellen Übergabe des Feuerwehrautos einen Höhepunkt. Der FFW Fuhrmannsreuth gehörten zurzeit 40 aktive und 17 passive Mitglieder an.

Die Angaben zur Chronik wurden aus den Feuerwehrbüchern und mündlichen Aussagen von älteren Feuerwehrkameraden übernommen; sie könnten sich in den Jahreszahlen geringfügig ändern.

Bei der Jahreshauptversammlung am 22. Januar 1984 stellten 9 Damen den Antrag, in den aktiven Feuerwehrdienst aufgenommen zu werden.

Am 3. April 1984 wurde dann in einer Vorstandssitzung beschlossen folgende 8 Damen in den aktiven Dienst aufzunehmen. Diese sind: Bayer Birgit – Brucker Monika – Brunner Claudia –Moller Brigitte I – Moller Brigitte II – Moller Christa - Philipp Maria und Roth Johanna. Diese Damengruppe besteht auch noch heute und nach verschiedenen Veränderungen gehören zur Zeit 10 Damen der Damengruppe an. Sie kann mit unserem Fest heuer ihr 10-jähriges Bestehen feiern.

Erstmals wurden in diesem Jahr die Vorstandsmitglieder von bisher 2 Jahren Amtszeit auf nunmehr 6 Jahre gewählt. Bei dieser Versammlung wurden gewählt:

  1. Vorstand: Alfons Brucker
  2. Vorstand: Rudolf Ernstberger
  3. Kommandant: Helmut Bayer
  4. Kommandant: Richard Schinner
Schriftführer: Bernhard Roth Kassier: Gerhard Moller
  1. Gerätewart: Adolf Rauch
  2. Gerätewart: Albert Bothner
  3. Gerätewart: Hans-Peter Hofmann

Jugendsprecher: Thomas Heise Beisitzer: Manfred Philipp, Alois Praller, Josef Rauch

In Zusammenarbeit mit dem gewählten Festausschuß begann der Endspurt zur Vorbereitung des 90-jährigen Gründungsfestes, daß vom 20. – 22. Juli 1984 gefeiert wurde. Als Schirmherr konnte der Bischöflich Geistliche Rat Ludwig Schreyer, also ein ehemaliger Fuhrmannsreuther gewonnen werden. An drei schönen Tagen erlebte die Ortschaft Fuhrmannsreuth festliche Stunden. Am Sonntagnachmittag zog sich ein langer Festzug mit 63 Abordnungen und Vereinen durch den Ort. Mehrere Gegenbesuche bei Vereinen, die bei unserem Fest waren schlossen sich an, an denen auch die Festdamen teilnahmen. Erstmals wurde in diesem Jahr ein Ausbildungs- und Übungsplan durch den Kommandanten erstellt. Die aktive Mannschaft wurde hierbei in 2 Gruppen eingeteilt. Nachdem sich die Zahl der Aktiven in den nächsten Jahren weiter erhöhte und auch die Damengruppe im Übungsplan mit aufgenommen wurde, hatten wir ab 1986 schon 4 Ausbildungsgruppen. Dies konnte bis zum heutigen Zeitpunkt auch beibehalten werden. Eine schon fast vergessene Tradition wurde im Jahre 1986 wieder ins Leben berufen. Am 01. Mai 1986 wurde erstmals seit langer Zeit wieder ein Maibaum aufgestellt. Die Jugendlichen hatten hierbei in der Hauptsache die Organisation übernommen. Mit sehr gutem Erfolg wurde dies bis heute aufrechterhalten. Erstmals erwarben in diesem Jahr auch 5 jugendliche Mitglieder ( 3 weibliche und 2 männliche ) unter 16 Jahren die Jugendleistungsspange. Durch diesen Anreiz konnten bis zum heutigen Tag immer wieder Jugendliche für den aktiven Dienst gewonnen werden. Auch in den anderen Gruppen wurden im Rhythmus von 2 Jahren weitere Leistungsprüfungen abgehalten, die jeweils auch von Erfolg gekrönt waren. Zwei Gruppen haben bis zum heutigen Zeitpunkt schon die Endstufe erreicht. Im Rahmen verschiedener Kameradschaftsabende wurden fast alle Jahre verschiedene Mitglieder für langjährigen aktiven Dienst und treue Vereinszugehörigkeit geehrt. Nach der Grenzöffnung der ehemaligen DDR wurde auch mit einem Feuerwehrverein aus Obermylau freundschaftliche Bande geknüpft, die mit verschiedenen Besuchen weiterhin Bestand hat. Einen ganz besonderen Höhepunkt unseres Vereines war, ein am 03. und 04. August 1991 erstmals durchgeführtes Dorffest. Neben den üblichen Speisen und Getränken wurden auch deftige Schmankerl zum Verzehr angeboten. Außerdem wurden verschiedentliche Vorführungen von alten Bräuchen und Berufen aus früheren Jahren vorgeführt, wie z. B. Bürsten- und Besenmacher, Trischeldreschen und vieles mehr. Für Kinder wurde eine Negerkußschleuder und ein Büchsenwurfstand aufgestellt. Die gesamte Ortschaft feierte an diesen Tagen mit, und sehr viele Besucher aus nah und fern rundeten diese gelungene Veranstaltung zu einem großen Erfolg ab. Ebenso erfolgreich gestaltete sich im nächsten Jahr die Sommernachtsparty, die anstelle eines Gartenfestes mit einem erstmals abgehaltenen Brillantfeuerwerk gefeiert wurde. Am 16. August 1993 trat unser Verein nach Beschluß der Vorstandschaft dem neugegründetem Feuerwehrverband bei. Verschiedene gesellige Veranstaltungen für die Mitglieder, mit Festbesuchen, Jubiläen und Ausflugsfahrten rundeten das harmonische Vereinsleben ab. Mit dem 100-jährigen Gründungsfest im Jahr 1994 erfährt unser Verein einen weiteren Höhepunkt in seiner langen Geschichte. Aufgrund der großen Mitgliederzahl – der Verein zählt zurzeit 52 aktive und 24 passive Mitglieder – hofft der Verein, daß der geplante Feuerwehrhausanbau demnächst bald realisiert werden kann.

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